Die Zörbiger Saftbahn

Pressemeldung vom 20.12.2006


Europaparlamentarier auf Informationstour

Von MBE in Zörbig bis zu ORWO in Wolfen

"Es gehört dazu, dass ich mich in meinem Wahlkreis dort informiere, wo Europa viel fördert", begründete Dr. Horst Schnellhardt, EU-Abgeordneter der CDU seinen Besuch im Landkreis, den er am Donnerstag in Zörbig begann. Dort erfuhr er von Wolfgang Gernert, wie sich die Firma Sauter vom Getreidehändler und Klärschlammverwerter im Landkreis zu einem Pionier für regenerierbare Energien entwickelt hat und heute bereits auch in Schwedt und Rostock aber auch in Polen und Spanien mit der Biokraftstoffproduktion geschäftlich aktiv ist. In Zörbig wurde die Idee umgesetzt, eine Bioäthanolanlage zu bauen und dabei auf eigenes know how zu setzen – mit optimalem Erfolg. Denn die Anlage liefere ein gutes Produkt, so Gernert. Rund 80.000 t Bioalkohol verlassen das Werk jährlich. Dafür müssen rund 240.000t Getreide antransportiert werden. Dies sei günstig für die Landwirtschaft der Region, denn auf den leichten Böden gedeiht Roggen gut.
Als Problem erwies sich, dass die Abnehmer des Produktes, das als Kraftstoff und als Antiklopfmittel für Kraftstoffe eingesetzt wird, den Versand in Kesselwagen wünschen und dafür nun die stillgelegte Eisenbahnstrecke Bitterfeld – Zörbig benötigt wurde. Da aber für die Ertüchtigung der Strecke nur eine kommunale Förderung möglich war, wurde die ZIG mbH (Zörbiger Infrastrukturgesellschaft) als 100-prozentige Tochter der Stadt gegründet. Auch für den notwendigen Eigenanteil wurde eine Lösung gefunden und die Strecke ertüchtigt, berichtete Gernert weiter. Dabei habe man auch Weichen eingebaut, um den Technologiepark Mitteldeutschland und das Gewerbegebiet Heideloh anzuschließen. Auch an eine Erweiterung in Richtung Stumsdorf ist gedacht. Dafür müsse aber erst Bedarf vorhanden sein. Außerdem prüfe man derzeit, ob für die ZIG auch andere Aufgabefelder erschlossen werden können.
Das man hier auf diese Art die Energiefragen unterstütze, sei sehr wichtig, betonte Schnellhardt, den sie gewännen immer mehr an Bedeutung, vor allem die Energieversorgungssicherheit. Sachsen-Anhalt habe bei Biokraftstoffen die Nase vorn und würde 80% exportieren. Er brauche für seine Parlamentsarbeit aber auch Informationen, wie sich die neue Zuckermarktordnung auswirke und wie der Absatz gesichert ist.
Unsere Region würde weiter die Höchstförderung der EU bekommen, so Schnellhardt. Rund 3 Mrd. Euro stünden zur Verfügung, davon 643 Mio. für den Sozialfond und 817 Mio. für die Landwirtschaft. Interessant sei auch, dass das gesamte Landesstraßennetz ausschließlich mit EU- und Bundesmitteln (51 Mio.) gefördert werde. Europa würde aber auch die Schiene unterstützen, wenn der Nutzen nachgewiesen würde.

Anschließend besichte Dr. Schnellhardt die MBE, die Sonnenlandschule in Wolfen, kam mit Schülern des Gymnasiums Wolfen-Stadt über das Marokkoprojekt ins Gespräch und war Gast bei der ORWO Net GmbH.

Quelle: Wochenspiegel, Landkreis Bitterfeld, Ausgabe 20.12.2006

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