Die Zörbiger Saftbahn

Pressemeldung vom 26.08.2021


Entwürfe für Bitterfelds Bahnhof

VERKEHR Die Bahn wird die Neubau-Pläne demnächst präsentieren. Stadt kann nur mit Bau des Park & Ride-Platzes starten.

In das Vorhaben „Neubau Bitterfelder Bahnhof“ kommt Bewegung. Offenbar hat die Projektplanungsgesellschaft der Deutschen Bahn die Pläne für die Gestaltung des künftigen Gebäudes fertig. „Momentan verhandeln noch die Bahn und der Bund über die Finanzierung“, erklärt Stefan Hermann, Amtsleiter für Stadtentwicklung. Erst wenn das geklärt sei, könne der Zeitplan für die Baumaßnahmen aufgestellt werden.

Erst Finanzierung, dann Plan
„Wir warten auf das Go der Bahn“, so Hermann. Denn die Stadt ist involviert, ist für die Neugestaltung des gesamten Umfelds dieser Verkehrsschnittstelle zuständig. „Aber erst, wenn die Finanzierung des Neubaus steht, ist auch klar, wie dieser konkret aussehen wird.“ Gegebenenfalls müsse die Bahn noch Änderungen vornehmen. Doch noch in diesem Jahr sollen die Pläne öffentlich vorgestellt werden. Eigentlich wollte Hermann schon im Juni einen Bahn-Vertreter in den Bitterfelder Ortschaftsrat einladen. Doch die Bahn sagte ab - wegen Corona. „Ich gehe davon aus, dass ein Vertreter der Bahn im Oktober oder November die Pläne für das Bahnhofsgebäude im Ortschaftsrat und im Bauausschuss vorstellen wird.“

Der Neubau soll das historische Gebäude von 1857 ersetzen. Von den seit 2018 diskutierten Varianten von Sanierung, Teil- oder Komplettabriss hat sich die Bahn für letztere entschieden. Der Neubau ist Teil des Bundesanteils am milliardenschweren Strukturförderungsprojekt.
Auch die Stadt profitiert davon. Da die Finanzierung der 3,4 Millionen Euro teuren Neugestaltung der Schnittstelle aus dem Schnittstellenprogramm Sachsen-Anhalts in das Strukturförderungsprogramm übergegangen ist, sinkt der kommunale Eigenanteil von 20 auf nun zehn Prozent. „Und wahrscheinlich übernimmt das Land für 2022/23 den kommunalen Anteil bei solchen Vorhaben. Damit wären unsere Kosten fast komplett gedeckt.“
Hermann schaut nun gespannt in den Spätherbst, wenn wohl der Schleier über das Aussehen des neuen Bahnhofs gelüftet wird. Bislang ist nur bekannt, dass es ein ein- oder eineinhalbstöckiges Gebäude wird - wobei sich die Stadt für die zweite Variante stark macht. Es soll Ähnlichkeiten mit dem Wittenberger Bahnhof geben - aber in größeren Dimensionen. Gebaut werden soll der Bahnhof, der auch eine rund um die Uhr benutzbare Toilettenanlage beherbergen werde, in Jahresscheiben bis 2024.

Die Stadt drückt auf Tempo. Denn sie ist mit ihren Arbeiten bezüglich des Bahnhofsumfeldes von der Bahn abhängig. „Wir können das meiste davon erst angehen, wenn das neue Gebäude steht“, betont Hermann. Die Bahn brauche den Vorplatz als Lager für das Baumaterial. Im Umfeld des Bahnhofs sollen sich durch die Neugestaltung die Bedingungen für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer ebenso verbessern wie die Verbindung mit dem ÖPNV.
„Wir wollen die Stadt besser anbinden und die Wege verkürzen“, betont Hermann. Die Pläne wurden im vergangenen Herbst öffentlich vorgestellt. So sollen an der Rückseite des Bahnhofs Radstellplätze entstehen. Ein abschließbarer Radbereich samt Reparaturmöglichkeiten ist links vom Gebäude vorgesehen. Der Busplatz soll neue Bahnsteige samt digitalen Anzeigen sowie Flächen für Reisebusse erhalten.

Park & Ride-Platzes wird vorgezogen
Doch das ist alles noch Zukunftsmusik. „Deshalb werden wir unseren eigentlich letzten Bauabschnitt vorziehen“, so Hermann. Gemeint ist der Bau eines zusätzlichen Park & Ride-Platzes am Schwarzen Weg hinter dem künftigen Feuerwehr-Neubau. Denn zum einen kommt man sich dort nicht mit den Bauarbeiten der DB ins Gehege. „Und zum anderen brauchen wir diesen Platz als Ausweich-Parkflächen während des Bahnhof-Baus.“

Pressebild    
Foto: MZ-Artikel vom 26.08.2021
   

Mitteldeutsche Zeitung „ Bitterfelder Zeitung“, Bitterfeld/MZ von Frank Czerwonn, 26.08.2020

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