Die Eisenbahnstrecke Bitterfeld - Stumsdorf

Pressemeldung vom 10.11.2003


Sachsen-Anhalt will bedarfsorientierte Angebote im öffentlichen Personennahverkehr ausweiten

Daehre sieht Chance zur Qualitätsverbesserung

Das Land Sachsen-Anhalt will auf den mit der ungünstigen demografischen Entwicklung einhergehenden Rückgang des Fahrgastaufkommens im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) mit der Ausweitung alternativer Bedienangebote reagieren. Dabei sollen auf wenig genutzten Strecken zum Beispiel verstärkt so genannte Rufbusse oder -taxis eingesetzt werden, kündigte Verkehrsminister Dr. Karl-Heinz Daehre heute in Magdeburg bei einer Fachtagung zur Zukunft des ÖPNV an.

"Um auch in den nächsten Jahren einen attraktiven öffentlichen Personnahverkehr anbieten zu können, sind neue Lösungen erforderlich, die dem sich ändernden Bedarf und den finanziellen Möglichkeiten gleichermaßen gerecht werden", sagte der Minister. Ziel der Landesregierung sei es, auch in dünn besiedelten Regionen Sachsen-Anhalts oder Stadtteilen mit geringem Fahrgastpotenzial eine zuverlässige Nahverkehrsanbindung zu gewährleisten. Ruftaxis könnten den bisherigen Linienverkehr mit seinen nur wenig flexiblen Taktzeiten vielfach ergänzen und zum Beispiel in den Nachtstunden sogar vollständig ersetzen.

Nach Ansicht von Daehre bieten die notwendigen Veränderungen nicht nur die Chance der Kosteneinsparung. Mit der Entwicklung bedarfsorientierter Angebote bestehe zugleich die Möglichkeit, die Qualität der Nahverkehrsleistungen zu erhöhen und so mehr Bürger für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu gewinnen. Als Beispiel nannte er den Einsatz von Ruftaxis in den Abend- und Nachtstunden. "Nicht nur Frauen und ältere Menschen werden es zu schätzen wissen, wenn sie abends nicht in einer menschenleeren Straßenbahn oder einem leeren Bus fahren müssen".

Wie Daehre mitteilte, will das Land die finanzielle Unterstützung bei so genannten Parallelverkehren künftig deutlich einschränken. "Es ist niemandem zu erklären, wenn gleichzeitig Zuschüsse für eine Bus- und eine Bahnlinie gezahlt werden, die sich aber gegenseitig die Fahrgäste wegnehmen", so der Minister. Eine solche Doppelsubventionierung von konkurrierenden Nahverkehrsangeboten könne und werde das Land nicht mehr leisten.

Zu Ihrer Information:

In Sachsen-Anhalt wird der öffentliche Personennahverkehr gegenwärtig von rund 40 Verkehrsunternehmen abgesichert. Rufbusse und –taxis werden bereits auf 285 Linien eingesetzt.

Ministerium für Bau und Verkehr - Pressemitteilung Nr.: 155/03, 10.11.2003

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