Bahnhof öffnet am 16. Juli
Als letzten Akt montieren Arbeiter in Bitterfeld derzeit die gold-bernsteinfarbenen Fassadenteile. Innen steht der Großputz an.
Das Warten hat ein Ende. Der neue Bitterfelder Bahnhof wird am 16. Juli eröffnet. Am Donnerstagmittag findet eine Feier mit geladenen Gästen statt. Am späten Nachmittag wird dann das moderne Empfangsgebäude mit der markanten Fassade in Gold und Bernsteinton für die Passagiere und den regulären Betrieb freigegeben. Über Details des Eröffnungstages will die Bahn kurz vorher informieren. Doch in den verbleibenden knapp zwei Wochen ist noch viel zu tun. „Hier wird bis zur letzten Minute montiert, geprüft und geputzt“, sagt Projektleiter Alexander Hartmann.
Zusätzliche Stahlhalterung
Die offensichtlichste Aktion ist die Komplettierung der Fassade. Sie wird das i-Tüpfelchen und Alleinstellungsmerkmal des Bitterfelder Bahnhofs, hat aber zugleich ihren Anteil an der Verzögerung der Bauarbeiten. Der Wunschtermin der Eröffnung vor einem Jahr zum Bitterfelder Stadtjubiläum war schon rasch durch das realistischere Jahresende 2024 ersetzt worden. Dass auch dieser Termin um ein gutes halbes Jahr verschoben wurde, lag unter anderem an der zusätzlichen Neuplanung und Nachrüstung der Blitzschutzanlagen und der vom Bauprüfer nachträglich angeordneten Verstärkung der Stahlhalterung für die gold-bernsteinfarbene Aluminiumfassade, da diese noch einen Revisionsgang benötigte.
Derzeit kann man beobachten, wie auf der einen Frontseite noch Verstärkungen angebracht werden, während auf der rechten Seite die Platten aus recyceltem Aluminium mit unsichtbarer Aufhängung montiert werden. „Fast jede Platte hat ein anderes Maß, was an der geschwungenen Form der Fassade mit der Dachspitze zu tun hat“, erklärt Hartmann. Vom Gerüst aus kann man derzeit noch hinter die Aluplatten auf die Stahlkonstruktion und in den Revisionsgang schauen.
An der Rückseite des Bahnhofs werden derweil neben dem Übergangsgebäude die Fahrradabstellanlagen errichtet. Am Mittwoch wurden begonnen, die Bügel zu montieren. Auch an den Außenanlagen ist noch einiges zu tun – vor allem im Bereich, für den die Stadt zuständig ist. Neben Restpflasterungen wird auch Muttererde aufgeschüttet, um auf diesen Grünflächen eine Blühwiesenmischung auszusäen. Künftig könnten diese noch dauerhaft bepflanzt werden.
Im Inneren der Empfangshalle ziehen Elektriker letzte Kabel an den Deckenoberlichtern ein. Währenddessen ist René Bulir an den großen Glasfronten beschäftigt. Auf die Scheiben, auf denen schon sehr feine senkrechte Streifen als Vogelschutz aufgedampft sind, muss nun noch der sogenannte Durchlaufschutz für die Menschen angebracht werden. Entschieden hat man sich für stärkere senkrechte Streifen, die optisch gut funktionieren. „Diese muss ich aber in zwei Höhen ankleben: für Erwachsene und für Kinder“ erklärt Bulir.
Mieter stehen in Startlöchern
Die drei Mietflächen für die Bäckerei Steinecke, den Reisebedarf und das DB-Reisezentrum werden offiziell am 16. Juli übergeben. Doch die Mieter sind mit dem Ausbau und der Gestaltung ihrer Bereiche fast fertig. Beim Reisebedarf wurde am Dienstag die große Kaffeemaschine in Betrieb genommen. Einem Start in zwei Wochen dürfte nichts entgegenstehen. Auch die großen Anzeigedisplays, die noch programmiert werden müssen, sowie der Trakt mit Schließfächern und Geldautomat stehen verhüllt bereit. Das gilt ebenso für die WC-Anlagen.
Nun folgen laut Hartmann das Einfahren und Programmieren der Lüftungs-, Klima- und Heizungsanlagen. Außerdem stehen die Abnahmen aller Einrichtungen durch die Sachverständigen und das Eisenbahnbundesamt an. „Und zum Schluss folgen die große Grund- und die Feinreinigung des kompletten Gebäudes.“
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| Foto: Mitteldeutsche Zeitung Bitterfeld, Ausgabe 03.07.2025 |
Mitteldeutsche Zeitung, Bitterfeld/MZ, von Frank Czerwonn, Ausgabe: 03.07.2025